LagerTipp 127 | Januar 2016

Statische und Dynamische Disposition

Was haben Sie schon alles unternommen, um das Lager in den Griff zu bekommen? 
Oder:
Die intelligente Verzahnung von statischer und dynamischer Disposition. 


Erst kürzlich wieder ist es mir in einem Betrieb passiert, dass beim Gang durch die Fertigung deutlich wurde: Der Maschinenpark ist Tiptop. Es waren schon viele Berater im Betrieb. Dies merkte man an den am Boden eingezeichneten Wegen, den teils neuen Regalen an den Arbeitsplätzen, der Ordnung im Betrieb. Dennoch lief es nicht rund, denn die Maschinen konnten nicht so schnell laufen, wie sie könnten weil der Materialstrom noch nicht funktionierte.
So kam es zum Ersttermin im Betrieb. Die offensichtliche Ordnung hat mehrere Bedeutungen:

Ordnung ist für mich im Ersttermin

  • Ein gutes Omen, dass ein Projekt wohl klappen könnte denn daran erkenne ich, das es Menschen sind, die bereits daran arbeiten, sich irgendeine Struktur zu geben um besser arbeiten zu können. Das bedeutet, es gibt ein hohes Interesse durch die Mannschaft, eine Struktur einzuführen und beizubehalten.
  • Eine furchtbar mühsame Angelegenheit, denn Ordnung ohne Struktur oder ein System muss jeden Tag auf´s Neue mit viel Aufwand aufrecht gehalten werden.
  • Personenabhängig und damit für mich schwierig. Wenn es keine Struktur gibt, die für Ordnung als Nebeneffekt sorgt, dann ist es der Mathias, der Thomas usw. Das ist Gift für den Betriebsablauf und gährlich für den Notfall, wenn diese Personen ausfallen.

Leider liefen die schönen Anlagen in dem großen Fensterbaubetrieb mit 110 Personen und 45 Mann in der Fertigung nicht so schnell, wie sie es eigentlich könnten – weil das Material nur teilweise oder gar nicht kommt, falsch kommt, plötzlich doch nicht vorhanden ist oder weil es defekt geliefert wird. Für uns in der Projektleitung ist diese Aufgabenstellung ein Klassiker.
Und jetzt kommt es:
Die schlichten Fragen in der Analysecheckliste um Informationen zu gewinnen lauteten: Warum bin ich heute hier? Was haben Sie bereits unternommen um die Lagerhaltung zu optimieren? Schließlich war es schon ordentlich.
Der Produktionsleiter, der auch für den Einkauf des Produktionsmaterials zuständig ist sprudelte über als er erzählte:

  • In der Fenster Leistungsgemeinschaft dem Arbeitskreis „Materialwirtschaft“ beigetreten
  • Mit Beratern den Materialfluß analysiert (wer war das?? )
  • 2 Jahre selbst Vieles neu organisiert
  • Refa- Kurse belegt
  • Industrie- Abläufe erlernt.

Nach der Aufzählung war er plötzlich ganz enttäuscht und hat gefragt: Sieht man das denn nicht, dass wir schon so viel gemacht haben?
Ich beruhigte ihn, dass ich noch keinen(!) Betrieb hatte, der so viel in Sachen Lager vorher unternommen hätte und dass ich das große Engagement wirklich ablesen kann. Die Mitarbeiter waren es gewohnt, Projekte durchzuführen und Berater im Betrieb zu sehen, das sah man.
Allerdings haben mich eher die umgesetzten Verfahren und Prozesse interessiert, die von den vielen Beratern eingesetzt wurden. Hier kam leider nichts.
Die Vorgehensweise war hier im Betrieb der Worst case: Der Produktionsleiter lief die Regale ab um verbrauchtes Material nachzubestellen, denn nur er weiß, was in der Vertriebspipeline ist, Bits wurden weggeschlossen.
Das Verhalten war das eines 5-Mann Handwerksbetriebes. Es ist verständlich, dass das Verhaltn so war, denn viele Betriebe in dieser Größe sind aus dem Handwerk entwachsen und sind auf der Suche nach neuen Abläufen, die zur wachsenden Größe passen. Dazu gehört das Paulus-Lager.

Denn das Paulus-Lager ist:
Die intelligente Verzahnung von Statischer Disposition (Standardmaterial)
Also das arbeiten mit Min- und Max- Mengen und das Bewegen innerhalb dieser Mengen. Damit ist der Materialbestand konstant. Die Regale passen zu den nachbestellten Mengen, dafür sind die Lagerplätze definiert. Weil das nachgelieferte Material immer in die Regale passt herrscht Ordnung. Als Nebeneffekt. Und die Abläufe sind komplett definiert, steuerbar und somit deligierbar an fachfremde Kräfte.
Mit der intelligenten Verzahnung einer Dynamischen Disposition (Kommissionsmaterial)
Aufgrund der Min- Mengen ist das für eine Planbarkeit zur Verfügung stehende Material immer im Haus. Was zusätzlich benötigt wird, wird bestellt und in spezielle Kommissionslager weggelagert sobald es eintrifft und geprüft wird. Auch aus Standardmaterial kann Kommissionsmaterial werden, wenn es in großen Mengen gebraucht wird. Das Ziel ist, dass die Arbeitsvorbereitung sich soviel wie möglich aus der Artikelliste bedient, damit sinkt aufgrund geringer Materialvielfalt die Fehlerhäufigkeit und es vereinfachen sich die Prozesse erheblich. Kommissionsmaterial wird als Ergänzung zum Standardmaterial nur dann bestellt, wenn die Artikelliste das Material nicht hergibt und es sich um einmaliges, kundenbezogenes Material handelt. Es ist einem periodischen Entsorgungsturnus unterworfen damit es sich nicht wieder als Reste im Betrieb aufbaut.
Sobald der definierte Zeitraum abgelaufen ist, wird es entsorgt, damit wieder Platz ist für neues Kommissionsmaterial.
Diese intelligente Verzahnung von Standardmaterial mit Kommissionsmaterial, das ist es, was die hohe Kostensenkung mit dem Paulus-Lager ausmacht.

Paulus-Lager GmbH

Kerkstiege 28, 48268 Greven

Geschäftsführerin: Dipl.-Ing. Doris Paulus

Tel. +49 (0)2571/540 41-60

Fax +49 (0)2571/540 41-89

E-Mail: erfolg[@]paulus-lager.de

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