LagerTipp 135 | September 2016

Kanten- und Fußbodenrollen – sehr speziell und gut strukturierbar

Das einzige, was leidgeprüften Inhabern beim Thema Kanten- oder Fußbodenrollen einfällt ist: Augenrollen. Aus Genervtheit bei dem Thema.
Dabei ist das gar nicht nötig. Kantenrollen sind ein sehr spezielles Lagergut, das auf Schreiner und Tischler beschränkt ist. Das Gegenstück ist in Haustechnik- Betrieben Fußboden- Rollenrohr.

Positiv ist, dass es ein recht gut vorplanbares Lager ist. In den meisten Betrieben quellen diese Lager von Restmaterialien oder Anschnitten über. Unüberschaubare Mengen, Farben, Breiten bei Kanten und ebenso bei Rohrresten tummeln sich.

Bei Tischlern wird es nun spannend:
Die Lieferanten geben in der Regel nur 1 Jahr Garantie auf Kanten. Bei Herstellern heiß es, dass Kanten „quasi unbeschränkt haltbar sind“. Komisch nur, dass etliche unserer Kunden schon mal Möbel mit abgefallenen Kanten repariert haben. Natürlich selbstgefertigte Möbel.
Die Auflösung:
Alle Kanten sind geprimert, aber es weiß niemand. Laut den meisten Herstellern hält der Primer 2 Jahre. Alle Kanten die also länger als 2 Jahre in der Werkstatt liegen müssen vor der Verarbeitung geprimert werden.
Und wenn Sie diese Lohnkosten einrechnen, können Sie Ihre Kanten getrost wegwerfen, das ist unbezahlbar.

Bei den Haustechnik-Betrieben wird es auch spannend: Fußboden- Rollenrohr darf nur im Dunkeln gelagert werden bzw. keinem Sonnenlicht ausgesetzt werden, damit das Rohr nicht versprödet. Wie sieht es hier in Ihrem Betrieb mit diesen Materialresten aus? Wie beim Tischler bei den Kanten?

Was gibt es bei Standardmaterial im Kanten- und Fußbodenrollenrohrlager zu beachten?

  • Als erstes werden alle Standardmaterialien in der Artikelliste erfaßt.
  • Beim Tischler finden sich verschiedene Sortiergruppen wie: Furnierkanten (hier lohnt das primern!), Standardkanten, Blindkanten (Kommissionsreste).
  • Die vorhandenen Schränke und Regale sind häufig nicht bewirtschaftbar weil die Fachböden fest verschraubt sind und die Fachbodenabstände viel zu eng sind. Das bedeutet, dass diese mit verstellbaren Fachböden ersetzt werden.
  • Dann werden zuerst die Standardkanten eingeräumt. Der Fachbodenabstand muss so groß sein, dass die Nachbestellmenge mit ins Fach passt.
  • Standardmaterial hat keine Reste: Angebrochene Rollen werden immer aufgebraucht
  • Kommissionseingangs-Lager: In Betrieben ab ca. 10 Mitarbeitern könnte es bei Tischlern sinnvoll sein, ein eigenes Regal dafür zu reservieren. Die Kommissionierung funktioniert nach demselben System wie beim Kleinteilelager, damit die Systematik durchgängig ist.
  • Kommissionsreste werden nach Ablauf des MHD kommentarlos entsorgt. Bei Wareneingang ist darauf zu achten, dass das Datum auf diese Waren vermerkt wird. Eventuell kann man „die Kante ist ja noch gut“ ins Blindkantenfach legen. Allerdings darf sie nur dort eingesetzt werden, wo eine abfallende Kante nicht sichtbar ist. Also zu hoher Steuerungsaufwand. Also entsorgen Sie sie bitte einfach.
  • Retourenfach: Wird hier normalerweise nicht eingerichtet. Sollte es eine Retoure geben, so wird diese im Retourenfach für Kleinteile mit verwaltet.

Paulus-Lager GmbH

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