LagerTipp 142 | April 2017

Suchzeiten im Vollholz- und Leistenlager vermeiden

Diesmal mögen mir die SHK Inhaber vergeben, aber aufgrund eines kürzlich gesehenen Vollholzlagers, gibt es diesmal einen echten Tischler – LagerTipp.

Im Tischlerhandwerk gibt es inzwischen auf Plattenmaterialverarbeitung spezialisierte Betriebe, in welchen Vollholzlager so geschrumpft sind, dass sie nur noch der Höflichkeit halber für die Optik und Kundenrundgänge behalten werden – möchte man meinen.

Auch in Betrieben, in denen Vollholz benutzt wird, ist es inzwischen eine untergeordnete Materialart. Dies kommt daher, dass es meistens der Ergänzung dient: Es wird als Kanten, Anleimer oder als Glasleiste verwendet, jedoch nur noch sehr selten als Grundmaterial für die Produktion, eher werden Vollholzplatten zugekauft.

Daher kommt es, dass die Holzarten, die als Standardmaterial in der Artikelliste festgelegt werden, nur noch mit relativ geringen Mengen versehen werden. Oft genügt es als Mindestmenge 2 Bohlen oder Bretter und maximal 5 Bohlen oder Bretter festzulegen. Es dient nur noch dazu, sofort handlungsfähig zu sein.

Wird ein Produkt aus einer bestimmten Holzart gefertigt wie zum Beispiel ein Tisch, so wird das Vollholz in diesem Augenblick als Kommission komplett zugekauft. Dafür fährt man im Tischlerhandwerk sinnvollerweise zum Holzhändler und sucht ihm die besten Stücke aus dem Lager aus.

Was gibt es bei Standardmaterial im Vollholzlager zu beachten?

  • Normal genügt es, das vorhandene Vollholzlager auszuräumen, beim Ausräumen in Standardmaterial und Kommissionsreste zu trennen, und die Standardmaterialien auf idealer Greifhöhe für die Entnahme anzuordnen. Berücksichtigen Sie dabei, dass (meist ist es die unterste Lage) ein ausreichend großes Fach für eine größere Kommissions-Menge festgelegt wird. Dieses große Fach ist leer, wenn nicht eine aktuelle Kommission läuft.
  • Im nächsten Schritt werden die vorhandenen Holzarten eingeräumt. Falls es Überbestand (laut Definition) gibt, der in die Fächer passt, wird dieser mit eingeräumt. Ist der Überbestand einfach zu viel Material, so wird dies im Regal anderweitig eingeräumt und schriftlich an der Bestellkarte vermerkt. Dieser Überbestand wird dann für diese Holzsorte zuerst abgebaut bevor nachbestellt wird.
  • Standardmaterial-Reste: Diese sollten ab einer Länge von zum Beispiel 3000 mm und kleiner ins Vollholzleistenlager eingestellt werden. Alle Reste die länger sind, können im liegenden Lager verbleiben. Kleinere Teile kommen ins Vollholzleistenlager, das noch beschrieben wird.
  • Kommissionseingangslager: Das ist das unterste, schon beschriebene Fach, das für eine größere Kommissionsmenge Platz vorhalten muss. Dieses – meist leere – Fach wird als Kommissionseingangslager beschriftet.
  • Kommissions-Reste: Kommissionsreste gibt es leider jede Menge, wie es auch Holzarten gibt. Die meisten Inhaber können sich von den vielen Holzarten nicht trennen, obwohl sie oft nichts Besonderes an Wert darstellen. Solange es er sich jedoch um ganze oder halbe Bohlen handelt, kann man dafür nur mit den Holzarten beschriftete Fächer einrichten. Diese bekommen keine Mengendefinitionen. Dies Lager ist eine der wenigen „Quetschfalten“ im Betrieb, welches nicht strukturiert bewirtschaftet wird.
  • Kleinere Teile als zum Beispiel mindestens halbe Bohlen kommen ins Vollholzleistenlager.
  • Retourenfach: Angesichts mancher gelieferter grausig schlechten Qualitäten möchte man ein Retourenfach einrichten, aber da Vollholz inzwischen als Materialart sowieso sehr untergeordnet ist, lohnt es meist nicht. Notfalls das Beweisstück für schlechte Qualität im Kommissionseingangsfach aufbewahren und retour geben.

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