Lagertipp 148 | Oktober 2017

Digitalisierung im Handwerk – „Werkstatt 4.0“

Im Moment wird das Wort „Digitalisierung“ als neue Gans durch das Dorf gejagt. Allerdings wird vergessen: Die Betriebe sind mit ihren Branchenprogrammen bereits digital. Wenn die Kernprozesse bereits digital abgebildet werden ist es unerheblich, ob sie auf dem eigenen Server liegen oder auf dem externen Server bei Google Suites.

Aktuell haben mehrere Anbieter bei uns nachgefragt, ob wir unser Knowhow bei deren „Digitalisierung einbringen“ wollen. Das sind nach unserer Erfahrung Inselprogramme, die auf Linux- Rechnern gekapselt neben dem Schreibtisch stehen. Oder Einzelprogramme, die als Insel auf einem Server im Internet liegen. Also Branchenprogramme aber anders.

Wir selbst halten es da mit der Digitalisierung wie folgt: Unsere eigenen Prozesse werden demnächst von rund 5 einzelnen Cloudapplikationen abgebildet. Über die Zapier Schnittstelle werden diese verschiedenen Programme miteinander Daten austauschen und der Workflow abgebildet.

Digitalisierung heißt hier: Eigenverantwortung! Wir haben dann selbst die Aufgabe zu prüfen, ob die Programme alle noch zueinander passen oder ob es Brüche in der digitalen Kommunikation gibt, die wir selbst heilen werden. Die Programme sind Spezialprogramme im Bereich Marketing, Buchhaltung, Kalender, Emails, Telefonanlage, Datenablage in der Cloud und Spiegelung auf die Laptops. Also vieles, was bisher der defekte Exchange- Server abgebildet hat. Damit sind wir die Abhängigkeit los. Wir werden uns hineinarbeiten in diese digitale Welt. Dann wird es spannend für die bisherigen Progammanbieter wie Windows usw.

Diese Form der Digitalisierung kann in einem Dienstleistungsbetrieb abgebildet werden. Im Rahmen eines Produktionsbetriebes halte ich dies persönlich für derzeit unrealistisch, denn 1. es gibt nicht genug Internet- Bandbreite um die Abläufe überall in Deutschland sicherzustellen und 2. gibt es bei weitem nicht genug digitale Erfahrung in den Betrieben. Zudem gibt es technische Zwänge, die verhindern werden, dass viele Betriebe eine solche Umwelt nachbilden können. Wenn die CNC von der Arbeitsvorbereitung aus angesteuert wird, so wird dies in nächster Zeit kaum über Cloudapplikationen abgebildet werden können. Viele Betriebe oder Inhaber, die schon ganz nervös sind, weil sie nichts unternehmen, können also gar nichts unternehmen. Dann lieber die gesparte Zeit in das Verbessern der hauseigenen Prozesse stecken als in Digitalisierung, die nicht möglich ist.

Es wird aber nur eine Frage der Zeit sein, bis Betriebe ähnliche Umgebungen für sich gleichermaßen nachbilden können. Wir dürfen auf die digitale Zukunft gespannt sein.

Paulus-Lager GmbH

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