Lagertipp 153 | März 2018

Die Kernprozessdefinition – was ist das und wofür ist das nützlich? Teil II

Im ersten Teil haben wir uns damit beschäftigt, was der Kernprozess eines Betriebes ist. Die Kurzversion und der Existenzgrund eines Handwerksbetriebes ist: Material kaufen – händisch veredeln – verkaufen.

Wäre toll, wenn das geschmeidig laufen würde. Deshalb ist ein Lager für uns der zentrale Gewinn- Bringer. Oder eben nicht.

Wie geht das jetzt?

Dazu einen kleinen Ausflug in die Realität: Meist, wenn es verschiedene Projektleiter und Arbeitsvorbereiter in einem Betrieb gibt, sind verschiedene Varianten vorhanden, einen Auftrag abzuarbeiten. Niemand findet etwas am Arbeitsplatz des Kollegen.

Betrachten wir mal die Abläufe eines Projektes, wie es in fast allen Baubetrieben vorkommt. Dabei wird jeder Schritt definiert, für den etwas zu tun ist. Schritte, die keine Tätigkeit erfordern lassen wir hier aus.

Ein Projekt lässt sich sehr gut in verschiedene Schritte aufteilen:

  1. Anfrage: Telefonisch, per Email, persönlich
  2. Terminvereinbarung für Angebotstermin vor Ort durchführen
  3. Termin ist vereinbart / Termin vor Ort
  4. Kalkulieren (Sie waren dort, das ist die nächste zu erledigende Tätigkeit)
  5. Angebot versenden/ Verkaufstermin im Betrieb
  6. Fertigungsaufmaß nehmen
  7. Arbeitsvorbereitung/ Bestellung
  8. Fertigung (falls eine Werkstatt vorhanden ist)
  9. Montage /Abnahme
  10. Abrechnen
  11. Reklamationsbearbeitung
  12. Schlußabrechnung /Nachkalkulation
  13. Ablage /scannen wenn möglich
  14. Leere Mappen
  15. Vorbereitete Mappen

Diese rudimentäre Aufzählung zeigt, welche Schritte ein Auftrag durch den Betrieb nehmen kann. Meist sind es über 20 Schritte. Entscheidend an der Aufzählung ist, dass die Schnittstellen zwischen den einzelnen Schritten exakt definiert werden, zum Beispiel mit Formularen oder einer guten EDV die die Menschen durch die Schritte logisch hindurchführt.

Oft sind z.B. Daten bei der Schlußabrechnung nötig, die beim Fertigungsaufmaß oder bei der Montage erzeugt werden. Wird dies versäumt oder ist das nicht eindeutig geregelt, ist es oft sehr schwierig eine schnelle Schlußabrechnung zu erstellen. Genau das ist der Horror vieler Projektleiter: Die Schlußabrechnung, was mich nicht wundert.

Übrigens geht es erst ab Schritt 7 mit dem Material los. Wenn aber die Prozesse nicht stimmen, dann zieht sich das durch die gesamte restliche Auftragsabwicklung hindurch.

Jetzt wissen Sie, warum ein Betrieb, der keine definierten Materialprozesse ab Punkt 7 hat, nur mit voll angezogener Handbremse läuft.

Wenn Sie also einen personenunabhängigen Betrieb möchten, der sein volles Potential entwickeln kann, dann kennen Sie ja jetzt jemand, der sich damit auskennt.

Paulus-Lager GmbH

Kerkstiege 28, 48268 Greven

Geschäftsführerin: Dipl.-Ing. Doris Paulus

Tel. +49 (0)2571/540 41-60

Fax +49 (0)2571/540 41-89

E-Mail: erfolg[@]paulus-lager.de

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