Lagertipp 156 | Juni 2018

„Wir haben kein Lager“ – echt? Teil 3

Aufgrund des komplexen Themas „Wir haben kein Lager“ kommt hier ein Teil 3. Da wir Prozessspezialisten sind und wir in allen Betriebe die wir organisieren, zuerst die Prozesse neu definieren, sind wir gespannt, ob wir jemand finden, der uns erklärt, wie es tatsächlich funktioniert, so ganz „ohne Lager“.
Solange wir keinen Inhaber kennen, bei dem die Prozesse in seinem Betrieb „ohne Lager“ funktionieren, bekommen Sie von mir die Probleme und Lösungen geschildert, die ich sehe.

Problem 3:
Wir wissen auch, dass der Großhandel Seminare für „Lageroptimierung“ und „Betrieb ohne Lager“ anbietet. Um die Handwerksbetriebe zu binden, vermuten wir.

Denn bei Betrieben mit „wir haben kein Lager“ ist es nötig, dass der Großhändler mehrmals am Tag liefert und abholt. Manchmal dasselbe Material morgens hin, abends zurück und am nächsten Tag wieder. Manche Betriebe mit „keinem Lager“ werden dreimal am Tag beliefert.

Wie wir von unseren Kontakten wissen, überlegen Großhändler bereits auch, ob sie diese Dienstleistung – also jede Anfahrt – zukünftig extra abrechen werden. Das wird dann teuer für diese Betriebe, die hoch abhängig sind.

Es gibt Großhändler, die intern bereits zwischen A – G – Kundenbetrieben unterscheiden, je nachdem welche aufwändige Dienstleistung der Handwerkskunde einfordert. Bisher bezahlen die A – Kunden für die G – Kunden mit. Das werden sie auf Dauer nicht hinnehmen mögen.

Lösung:
Es wird ein Lager eingerichtet, worin die Prozesse der Betriebe mit Lagerregalen abgebildet werden. Natürlich gibt es Lagerregale für die wiederkehrenden Standardmaterialien.
Für die projektbezogenen Kommissionsmaterialien wird ein Retourenprozess eingerichtet mit passenden Retourenregalen. Wenn keine Retoure läuft, sind diese Regale leer. Denn alles andere ist Standardmaterial und kann jeden Abend in die definierten und beschrifteten Regale wegsortiert werden.
So gibt es keine gemischten Restekisten mehr, alles Material geht zurück in den Produktionsprozess, keine tausende Euro stehen als gemischte Kisten mehr in Ecken herum und es herrscht Ordnung und Sauberkeit. Zum Schluß ganz einfach. Aber es ist nicht simpel, es einzurichten. Das wird gern verwechselt.

Vielleicht haben wir drei Projektleiter nur nicht verstanden, wie es funktioniert, aber ganz ehrlich, „Wir haben kein Lager“ verstehen wir nicht, weil es keine uns bekannten funktionierende Prozesse dazu gibt. Keine die wir kennen. Versteht sich. Vielleicht kennen wir sie nur noch nicht.

Paulus-Lager GmbH

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