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Es war einmal ein langjähriger, erfahrener Monteur, der schwere Gelenkprobleme bekam und dem mit Anfang Fünfzig schließlich zwei neue Kniegelenke eingesetzt
wurden. Große Ängste vor Arbeitsplatzverlust, sozialem Abstieg, Umschulung auf einen neuen Beruf usw. waren die ganze Zeit bei der Genesung im Gepäck dabei. Am Ende der Krankenzeit wurde ein Paulus-Lager Projekt bei seinem Arbeitgeber umgesetzt und er wurde gefragt, ob er „Lagerist“ werden wollte.
Das machte die Ängste nur schlimmer, denn täglich den Müll der anderen
wegräumen, am Regal scannen und deshalb nur unvollständiges Material
bevorraten, deshalb täglich Krach mit den bisherigen Kollegen haben usw. war keine schöne Aussicht. Seine Angst, für diesen miesen Job, also für den sozialen Abstieg im Betrieb den Mops zu machen, war greifbar für mich. Aber aus Not hat er zugestimmt.
 
Im Rahmen des Projekts wurde er als „Lagerleiter“ etabliert.
Er bekam folgende Aufgaben: Warenannahme, Wareneingangsprüfung,
Nachverfolgung von Lieferfehlern, einlagern, Retouren anstoßen und abwickeln,
Restemanagement, neues Standardmaterial anlegen, Ansprechpartner für Monteure im Lager und Ansprechpartner für Projektleiter im Lager.
 
Schon mal vorab, was er nicht als Aufgabe bekam war: Müll wegräumen und am
Regal scannen. Beides sind die Aufgaben mit denen das Versagen von
Lageristen sichergestellt wird.
Gelöst haben wir das, in dem für Ordnung und Sauberkeit im Betrieb die Monteure zuständig gemacht wurden und indem es bekanntermaßen Bestellkärtchen gibt, die bei Entnahme kontrolliert und ggf. eingeworfen werden.
 
Heute, 8 Wochen nach Durchführung des Strukturprojektes ist er geschätzter
Gesprächspartner für die Projektleiter und kann jede Frage zu deren
schiefgegangener Lieferung beantworten. Für die Monteure ist er geschätzter
Gesprächspartner wegen neuen Materials, das angelegt werden soll. Für den Betrieb ist er ein Glücksfall denn er kennt das Material im Schlaf und prüft gewissenhaft körperlich bei jeder Lieferung ob sie vollständig, richtig, pünktlich und in Ordnung ist. Diese Prüfung kann keine EDV ersetzen. Somit sind die Fehlanfahrten für den Betrieb schlagartig reduziert worden und der Umsatz ist im gleichen Verhältnis schlagartig gestiegen. Logisch. Freut mich.
 
Und wie ist diese Aufgabe für ihn? Er ist glücklich, in seinem alten Betrieb diese neue Aufgabe bekommen zu haben. „Ich glaube, wir profitieren beide davon, der Betrieb und ich“ strahlte er mich kürzlich an.
 
Andere machen aus Monteuren „Techniker“, wir machen aus Lageristen „Lagerleiter“. So, mit diesen Aufgaben sehen wir unsere Lagerleiter, die
wir schulen. Denn dann kann ein Mensch seine ganze Kompetenz ausspielen–zum Nutzen des Betriebs.
Schön, gell? Ich habe mich auch riesig gefreut, dass er sich so gut in die neue
Aufgabe eingearbeitet hat. 

 

Aufgaben des Lageristen
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